Was sind Qualitäten des Selbst und wie wirken sie sich im Unterricht aus?
Mein Selbst nehme ich im Unterricht zumeist nur in Stresssituationen wahr und erlebe mich dann eher als mangelhaft. Selten nur fühle ich mich zufrieden, bin ich stolz und zuversichtlich. All die eben aufgeführten Weisen des Erlebens meines Selbst sind Zustände meiner Persönlichkeit als „kleinem“ Teil des Selbst, aber noch nicht die meines „wahren“, „tiefen“ Selbst. Bewusstseinszustände des Selbst haben eine andere, eine förderliche Qualität. Ich erlebe dann z.B. Freude, Kraft, Identität, innere Stille, Wille. Im Zustand des Selbst brauche ich mich nicht zu mühen, ich brauche nur zu sein. Ich fühle mich in diesem Zustand „aufgehoben“, „zu Hause“, „bei mir“. Wenn ich in einem Selbstzustand bin, läuft auch der Unterricht „wie von selbst“. Ich bin dann frei und vollziehe das, was im Augenblick optimal ist. Mein Fachwissen und meine didaktischen Fähigkeiten stehen mir dabei ungehindert zur Verfügung. Die Schüler merken das und arbeiten mit.
Das Training erweitert die Bewusstheit und stärkt die Bewusstseinskraft. Gefördert werden die Fähigkeiten zur Gegenwärtigkeit – Präsenz, zur Freiheit im Handeln, zur Wahrnehmung des Augenblicks, zur Transformation von Aspekten der Persönlichkeit in die des Selbst und zur Wahrnehmung des „tiefen“ Selbst der Schüler.
Der Workshop gibt eine Übersicht und eine Kostprobe von Elemente dieses Trainings.
Dr. Volker Buddrus
Literatur:
Almaas, A.H. (1997): Essenz. Der diamantene Weg zur inneren Verwirklichung, Freiamt (Arbor)
Buddrus, Volker (2005): Was Hänschen nicht lernen kann, und was Hans so Not tut:
Über die Abspaltung der Seinserfahrung und deren Folgen. in: Carpe vestigium! Versuch einer pädagogischen Spurensicherung, für Prof. Dr. Peter Kern anlässlich seiner Verabschiedung aus dem aktiven Hochschuldienst am 1. Oktober 2005, Freiburg, Eigendruck, 103-113
Buddrus, Volker (Hrsg) (1995): Humanistische Pädagogik. Eine Einführung in Ansätze integrativen und personenzentrierten Lehrens und Lernens, Bad Heilbrunn.