Introvision ist eine Methode der Schulung des konstatierenden aufmerksamen Wahrnehmens inneren Erlebens.
Das Ziel dieser konstatierenden Wahrnehmung ist es zunächst, den inneren Blick auf bestimmte als Dringlichkeitserwartungen, innere Paradigmen oder Selbstbefehle eingeschätzte Gedanken zu richten und an diese subjektiven Imperative gebundene Anspannungen und Erregungen zu lösen (vgl. Wagner, z. B. 1984, 2007; Iwers-Stelljes, 2006). Damit löst sich auch die imperativische Dringlichkeit der jeweiligen Kognition auf.
Das weitere Ziel des konstatierenden aufmerksamen Wahrnehmens schließt an diesen Auflösungsprozess an: Waren bisher dringlich zu befolgende subjektive Imperative z. B. in pädagogischen Interaktionssituationen vordergründig, so kann nach deren Lösung die gesamte pädagogische Situation in einem gelasseneren Modus achtsam wahrgenommen werden.
Für das pädagogische Handeln bedeutet dies die mögliche Wiedererlangung oder Entwicklung von situations- und fallangemessener Wahrnehmungs- und Reflexionskompetenz.
Im Workshop werden zunächst (ausgehend von einer kleinen theoretischen Einführung) im Berufsalltag auftretende subjektive Imperative analysiert. Im Anschluss wird eine erste Übung dazu angeboten, diese subjektiven Imperative konstatierend wahrzunehmen und ihnen damit ihren wahrnehmungsbeeinflussenden Dringlichkeitscharakter zu nehmen. Ebenso ist die Erprobung eines kollegialen Supervisionsverfahrens zur Introvision möglich (vgl. Iwers-Stelljes, 2003; Iwers-Stelljes in Druck).