Es ist die Persönlichkeit, nicht ihr Wissen, die das Leben meistert: Das Schüler-Ich als Unterrichtsgegenstand - W. Roth

Es ist die Persönlichkeit, nicht ihr Wissen, die das Leben meistert: Das Schüler-Ich als Unterrichtsgegenstand

 

Gemäß dem wissenschaftlichen Weltbild (Informationsgesellschaft, Wissensgesellschaft etc.) versuchen die Gesellschaften die Bewältigung gegenwärtiger Probleme durch eine weitere Leistungssteigerung und Vermehrung der Wissensinhalte zu erreichen (siehe PISA). Dem entgegen wird die These untersucht, dass es nicht das Wissen ist, mit dem wir die anstehenden Probleme zu lösen vermögen, sondern unsere Verantwortlichkeit, unsere Menschlichkeit, unsere sozialen und (inter)kulturellen Kompetenzen. Um sie aufzubauen, muss das „Gefäß“ geformt, nicht die Inhalte vermehrt werden: Wie kann ein Unterricht aussehen, der dies ermöglicht und die Schülerpersönlichkeit bildet? Es werden Beispiele gegeben, wie sich Schüler mit ihrer Person, mit ihrer – gelegentlich traumatischen – Geschichte, mit ihren Zukunftsperspektiven und ihrer Gegenwart in Klasse und Familie achtsam auseinandersetzen und daran wachsen.

 

Prof. Dr. Wolfgang Roth, Freiburg

Literatur:

 Roth, Wolfgang (2006). Sozialkompetenz fördern – in Grund- und Sekundarschulen auf humanistisch-psychologischer Basis. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

 Roth, Wolfgang (2006). Humanistische Konzepte der Beratung. In: Steinebach, Christoph (Hrsg.). Handbuch Psychologischer Beratung. Stuttgart: Klett-Cotta, S. 195-217.