In seiner berühmten Rede von 1994 sagte Nelson Mandela: „Wir fragen uns, wer bin ich, mich brillant, großartig, talentiert, phantastisch zu nennen?“
Oft ist es die Angst vor Beschämungen (durch andere oder durch uns selbst), die uns daran hindert, an unsere Fähigkeiten zu glauben und diese unseren Mitmenschen zu zeigen. Sicherer scheint es dann, uns klein zu halten, zu verstecken und unser Licht „unter den Scheffel“ zu stellen.
Viele Menschen erfahren Beschämungen von klein auf durch beschämende Erziehungspraktiken, Mobbing von Mitschülern oder die Vermittlung eines erniedrigenden Menschenbildes. Dabei besteht die Gefahr, dass diese Beschämungen zur Selbstbeschämung verinnerlicht und im weiteren Lebensverlauf wiederholt werden, indem andere klein gehalten werden, etwa Kinder, Schüler oder Auszubildende.
Deshalb ist es unumgänglich für diejenigen, die mit Menschen arbeiten – besonders aber im pädagogischen und sozialen Bereich – sich mit der Bedeutung von Scham auseinanderzusetzen. In diesem Workshop möchten wir grundsätzliche Informationen über diese sehr schmerzhafte, oft „übersehene“ Emotion vermitteln, zur Auseinandersetzung mit eigenen Erfahrungen ermutigen und im Gespräch mit den Teilnehmenden, Wege zu einer wertschätzenden Pädagogik aufzeigen.
Dr. Hildegard Wenzler-Cremer, Dr. Stephan Marks
Literatur:
Marks, Stephan (Hrsg.) (2007). Scham – Beschämung – Anerkennung (Band zur gleichnamigen Tagung 2006 in Freiburg). Bd. 3 der Reihe Erinnern und Lernen. Texte zur Menschenrechtspädagogik.
Marks, Stephan (2007). Warum folgten sie Hitler? Die Psychologie des Nationalsozialismus. Düsseldorf: Patmos.